von Hanna Vock

 

Eine gute Methode in der Kita: Gezieltes Angebot an eine Kleingruppe

Anders als beim offenen Angebot oder der AG, zu der sich die Kinder selber melden können, wird hier versucht, ganz bestimmte Kinder zum Mitmachen zu motivieren, um gerade diesen Kindern (generell oder in einem bestimmten Bereich) weitere Erfahrungen und Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.

Je nach Aktivität kann eine Kleingruppe aus zwei, drei, bis zu sechs Kindern bestehen. Ist die Gruppe größer, verschwinden die Vorteile.

Wenn sich ein Kleingruppenangebot gezielt an diejenigen Kinder richtet, die im betreffenden Entwicklungsbereich besonders weit entwickelt sind und besondere Fähigkeiten und Interessen zeigen,

dann haben wir es mit
(Hoch-) Begabtenförderung zu tun.

In der Anfangsphase ihres Zertifikatskurses, als das Thema „Kleingruppen“ noch gar nicht behandelt war, schrieb die Kölner Erzieherin Rebecca Halsig nach den Erfahrungen aus ihrer ersten Praxisarbeit:

„Ich überlege, ob es vielleicht sinnvoll wäre, die Kinder in meiner Gruppe, die besonders begabt sind (das sind schon einige), öfter als Kleingruppe zusammen zu nehmen. Dann kann ich mit ihnen Aktivitäten durchführen, die sie sich wünschen, und Themen behandeln, die sie interessieren. Vielleicht haben sie ja mehr Spaß daran, was meint Ihr?“

Die Kursleitung schrieb damals an den Rand: „Auf jeden Fall! Und nicht zu selten!“

 

…kurz gefasst…

Wo sie es noch nicht ist, sollte Kleingruppenarbeit in die Kindergärten Einzug halten.
In den zweijährigen IHVO-Zertifikatskursen sammeln Erzieherinnen Erfahrungen damit und beschreiben sie in ihren Praxisarbeiten. Viele dieser Arbeiten sind bereits in diesem Handbuch veröffentlicht, weitere werden noch folgen.

Die Autorin schildert auch ihre eigenen Erfahrungen (die stattfanden, bevor sie die IHVO-Zertifikatskurse ins Leben rief).

Sie geht außerdem auf das in Fortbildungen immer wieder gehörte Argument ein:
„Das geht bei uns nicht.“

Erste Erfahrungen mit Kleingruppenarbeit

Meine ersten positiven Erfahrungen machte ich in meiner Kita-Gruppe bei der Bilderbuchbetrachtung und beim Singen.

Singen lernen in der Kleingruppe

Wir hatten einen großen, aber noch übersichtlichen Fundus an Liedern, die häufig gesungen wurden. Unser Anspruch war, dass alle Kinder wirklich mitsingen konnten, das heißt, sie sollten Melodie und Text bald sicher beherrschen. Dazu genügt für die meisten Kinder gelegentliches Singen nicht.

So wurde für die Dreijährigen eine Singegruppe gegründet. Stück für Stück und im angemessenen Tempo wurden die Lieder immer wieder gesungen; die Kinder waren den Großen gegenüber bald sehr stolz darauf, dass sie die Lieder gut mitsingen konnten und sangen selbstbewusst aus voller Kehle. Da in jedem Jahr wieder alle neuen bzw. dreijährigen Kinder in den Genuss der Singegruppe kamen, war die Kita-Gruppe insgesamt sehr text- und melodiesicher.
Natürlich war auch die Teilnahme an dieser Kleingruppe freiwillig; denn es gab immer wieder Kinder, die einfach keinen Spaß am Singen fanden. Und singen ohne Lust zum Singen ist ja widersinnig.

Bilderbuchbetrachtung in der Kleingruppe

Als ich meine Arbeit im Kindergarten antrat, war es bei uns üblich, nach dem Mittagessen allen Kindern, die wollten, aus einem Bilderbuch vorzulesen. Es waren immer dieselben fünf bis acht Kinder. Die übrigen kamen nur selten in den Genuss, ein Bilderbuch in gemütlicher Runde kennenzulernen. Für mich war das unbefriedigend.

Das Bild änderte sich radikal, als wir die Gruppe von 20 Kindern in vier Kleingruppen aufteilten. Nun waren es vier bis fünf Kinder, die sich um die Erzieherin scharten. Alle konnten gut sehen, es gab kein Gedrängel, alle konnten zu Wort kommen.

Montags bis donnerstags war immer eine bestimmte Gruppe dran. Jedes Kind wusste bald ganz genau, wann es „Vorlesen hatte“, fast alle nahmen fast immer teil.

Dazu war auch wichtig, dass die Gruppen nicht zufällig eingeteilt waren. Im ersten Anlauf teilten wir die Kinder nach Alter ein; aber je besser ich die Kinder durch die intensiven Gespräche, die das Vorlesen begleiteten, in dieser Hinsicht kennenlernte, desto mehr veränderte sich die Zusammensetzung.

Es ging ja darum,

    • Bilder ausgiebig zu betrachten,
    • Geschichten kennenzulernen,
    • aus Sachbilderbüchern Wissen aufzunehmen,
    • über all das ins Gespräch zu kommen.

In der Praxis stellte sich sehr bald heraus, dass manchmal das jüngere Kind deutlich ausdauernder, interessierter, sprachlich schon fähiger und schon stärker in der Lage war, die Inhalte zu reflektieren, als die Gleichaltrigen in seiner Vorlesegruppe. Also wechselte es die Gruppe.
Umgekehrt genauso: Kinder, die von den Geschichten und Gesprächen noch überfordert waren, wechselten ebenfalls.

Den zunächst etwas aufgescheucht nachfragenden Eltern erklärten wir, dass wir die Gruppen so zusammenstellen wollten, dass jedes Kind bestmöglich profitieren und sich in der Kleingruppe wohlfühlen sollte – weder über- noch unterfordert. Wir erklärten:

Es ist doch ein gutes Gefühl, wirklich mitreden zu können; das sollte allen Kindern gegönnt sein. Und es ist doch auch angenehm, wenn das ausgewählte Buch dem eigenen Entwicklungsstand und Fassungsvermögen entspricht. Ich lud die Eltern auch ein, einmal in der Vorlesegruppe ihres Kindes und auch in der „nächsthöheren“ Gruppe zu hospitieren.

So verschob sich die Zusammensetzung: Das Kriterium „Alter“ wurde immer mehr durch das Kriterium „Begabung“ abgelöst. So konnten sowohl besonders begabte wie auch weniger begabte Kinder sich beständig entwickeln und Erfolgserlebnisse sammeln.

Kleingruppenarbeit als allgemeine Methode

Allmählich dehnte sich die Arbeit in Kleingruppen auf viele Bereiche des Kindergartenlebens aus: Basteln, Experimente, Musik, Theaterspiel, usw., und bald wollten wir sie nicht mehr missen.

Je besser ich ein Kind kenne, je mehr ich schon mit ihm zusammen gemacht habe, desto besser kann ich einschätzen, was dieses Kind schon kann und weiß, was ich also voraussetzen kann und worauf das Kind aufbauen kann.

Um das Kind gut kennen zu lernen, muss ich viel mit ihm zusammen machen. Ich sehe wenig von dem, was das einzelne Kind kann, wenn es in einer Gruppe von 15, 20 oder gar 30 Kindern „verschwindet“.

Ich beobachte beim gemeinsamen Tun. Backe ich zum Beispiel mit zwei Kindern zusammen einen Kuchen – und überlasse die anderen Kinder derweil ihrem freien Spiel und der Zuwendung meiner Kollegin -, dann weiß ich hinterher, welches der beiden Kinder schon ein Ei aufschlagen kann und welches nicht; ich bemerke auch nebenbei, welches Kind schon den Überblick über den gesamten Prozess hat und welches nur Teilhandlungen überblickt, und ich bemerke, welche Beziehung die Kinder zu Zahlen und Gewichten haben. Auch kann ich erfahren, welches Kind Mehl, Salz und Zucker am Aussehen und am Geschmack unterscheiden kann.

Ich sehe auch, welche Fähigkeiten zur Zusammenarbeit die Kinder bis jetzt schon entwickeln konnten.

Unterhalte ich mich beim Backen ausgiebig mit den Kindern, kann ich zum Beispiel herausfinden, ob die Kinder wissen, woher das Mehl kommt und was Bio-Eier sind.

Aus solchem gemeinsamen Tun und solchen Gesprächen ergeben sich Ideen für neue gemeinsame Tätigkeiten, Lernfelder und Projekte.

Was ich im Zusammenwirken mit zwei Kindern beobachtet habe, kann ich mir kurzzeitig gut merken und direkt anschließend ein paar Notizen machen.

Backe ich dagegen mit 10 Kindern, bin ich damit beschäftigt, eine gewisse Ordnung zu sichern, zu regeln, wer die 4 Eier aufschlagen darf…
Und ich muss die gefrusteten Kinder, die gern mehr selber tun und dabei auch gern in einen friedlichen geistigen Austausch treten würden, „bei der Stange halten“.

Ich habe dann zwar ein Angebot für 10 Kinder gemacht, bei dem aber am Ende weniger gelernt wurde und weniger Freude und Konzentration im Raum war, als wenn ich mit zwei oder drei Kindern gearbeitet hätte.

Und ich kann später nicht sehr viel über die einzelnen Kinder sagen, außer: P. drängt sich immer vor, L. hält sich zurück und F. macht Blödsinn. Ich bekomme keinen gründlichen Eindruck von den Kindern, sondern mache eher zufällige Einzelbeobachtungen, die Vorurteile verfestigen können oder die ich auch schnell wieder vergesse, weil ich sie in der Situation nicht hinterfragen und vertiefen kann.

Wieviel berufliche Befriedigung
gibt die Arbeitsform Kleingruppenarbeit
der Erzieherin?
Das muss Jede und Jeder für sich selbst herausfinden.

Ganz abgesehen davon, gibt es natürlich auch viele beglückende und wichtige (Lern-) Erlebnisse in der gesamten Gruppe.

Ein weiterer positiver Effekt ist, dass die Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Kleingruppe oft in die Gesamtgruppe hinüberfluten: Häufig sind die Kinder der Kleingruppe in der Lage und auch willens, an die Gesamtgruppe weiter zu geben, was sie selbst gelernt haben. So kann es passieren, dass Kinder Spiele, Lieder, Materialien so souverän beherrschen, dass andere Kinder von ihnen lernen können.

Kleingruppenangebote sind ganz oft möglich!

Sie sind immer dann möglich, wenn (mindestens) zwei Erzieherinnen in der Gruppe sind. Oft habe ich in Fortbildungen gehört: „Das geht bei uns nicht, dazu kommen wir nicht, dafür haben wir gar keine Zeit.“

Es gibt tatsächlich noch Kitas, in denen eine einzige Erzieherin auf Dauer mit der Gruppe alleine ist. Dies ist in meinen Augen ein unhaltbarer, sehr unpädagogischer und allen Betroffenen gegenüber unzumutbarer Zustand. Und dann geht es wirklich nicht.

Dasselbe gilt, wenn die Kita räumlich so beengt ist, dass sich eine Kleingruppe nicht zum ungestörten Spielen und Arbeiten zurückziehen kann.

Es bedrückt mich immer wieder, wenn Kolleginnen unhaltbare personelle und räumliche Zustände sich selbst gegenüber damit erklären: „Es ist ja nun mal kein Geld da.“ – In einem der reichsten Länder der Welt.
(Siehe dazu: Rahmenbedingungen verbessern!)

Aber ansonsten, bei zwei Erzieherinnen in der Gruppe und ausreichenden Räumlichkeiten, hält das Argument „Das geht bei uns nicht“ einer genaueren Überprüfung nicht stand.

Kann ich das in meiner Kita organisieren? Und wie oft kann ich so arbeiten?

Die Arbeit mit Kleingruppen muss Jede für sich selbst durchsetzen und verwirklichen.
In meinem Kindergarten gab es fast täglich Kleingruppenarbeit. Natürlich waren die Gruppen immer wieder anders zusammengesetzt: Mal sang ich mit vier Dreijährigen die Kindergartenlieder und sprach mit ihnen über die Texte, damit sie unsere gängigsten Lieder bald textsicher mitsingen konnten (das dauerte dann vielleicht nur eine Viertelstunde an mehreren Tagen), mal machten die besonders begabten Kinder naturwissenschaftliche Experimente, was schon gerne einen ganzen Vormittag dauerte – und wegen der Begeisterung am nächsten Tag fortgesetzt wurde.

Meine Kollegin in der Gruppe hatte selbstverständlich dasselbe Recht auf Kleingruppenarbeit, und oft bemerkte ich, dass sie (eine Kinderpflegerin) intensive philosophische Gespräche mit zwei Kindern führte, während sie gleichzeitig mit ihnen ein schwieriges Spiel spielte.

Auch in unseren Projekten, die über längere Zeit die ganze Gruppe erfassten, hatte die Kleingruppenarbeit immer einen festen und wichtigen Platz.

Hochbegabtenförderung im Kindergarten
ist für mich ohne Kleingruppenarbeit
kaum denkbar.

Vorteile für die hoch begabten Kinder und die Erzieherinnen

In den IHVO-Kursen entwickeln viele Teilnehmerinnen die folgende Arbeitsweise, die auch durch die Aufgabenstellung im Kurs nahegelegt wird:
Zunächst ist die Aufgabe, ein besonders und eventuell hoch begabtes Kind durch gezielte Beobachtung besser kennenzulernen.

Siehe auch: Beispiele für Erstbeobachtungen und
Beispiele für provozierende Beobachtungen.

Anschließend greifen sie ein ernsthaftes Interesse dieses Kindes auf und bilden um dieses Kind herum eine Kleingruppe. Manchmal ist es sinnvoll, noch „kleiner“ anzusetzen, um das hoch begabte Kind in die Kindergartengruppe zu integrieren und ihm wichtige Erfahrungen zu ermöglichen, siehe: Einzelförderung, Mentoring.

Erstaunlich oft – aber längst nicht immer – kann das „Beobachtungskind“ selbst gut einschätzen, wer von seinen Spielfreunden gut in die Kleingruppe passen könnte – vor allem dann, wenn es schon über Erfahrungen mit Kleingruppenarbeit verfügt. Letztlich achtet dann die Erzieherin darauf, dass das kognitive Niveau der Kinder ähnlich hoch ist.

Denn erfahrungsgemäß verlieren Kinder, die kognitiv nicht mithalten können, bald das Interesse und ziehen sich zurück. Um dem Kind diesen Frust zu ersparen, kann die Erzieherin unter Umständen im Voraus mit ihrem „Beobachtungskind“ offen darüber sprechen und ihre Einschätzung mitteilen.

So schreibt zum Beispiel Verena Demirel in einer ihrer Arbeiten:

„Vorab hatten Murat und ich besprochen, dass sein Freund David nur an den Aktionen teilnimmt, die mit Englisch zu tun haben. Ich erklärte ihm, dass David noch nicht so weit rechnen könne und dass sie sich dann Beide bei so einem Spiel langweilen würden.“

Eine problematische Lösung wäre, das kognitive Niveau herunter zu fahren, damit alle mitkommen. Das ist zwar immer wieder sinnvoll und wichtig in der Gesamtgruppe, damit Rücksichtnahme und Solidarität geübt werden – aber bei Kleingruppenarbeit wäre es kontraproduktiv.

Wenn die Kinder dann mit Unterstützung der Erzieherin gut zusammenwirken, stellen sich sehr bald die Vorteile für das hoch begabte Kind, aber auch für die gesamte Kleingruppe heraus:

    • Die Inhalte können besonders umfangreich sein, da die Kinder eine große Auffassungsgabe haben.
    • Es kann intensiv und vertiefend gearbeitet werden, weil die Kinder ausdauernd dabei bleiben und besonderen Spaß am Denken haben.
    • Das Tempo und der Fortschritt des Projekts können vergleichsweise rasant sein, das hoch begabte Kind muss nicht zu lange warten, bis alle nachgekommen sind.
    • Das hoch begabte Kind erlebt ausreichend intensiv, dass auch die anderen Kinder gute Ideen haben, was seine Bereitschaft zu und Lust auf Teamarbeit fördert.
    • Das Ergebnis fällt befriedigend aus, das hoch begabte Kind muss nicht enttäuscht denken: „Das war doch (wieder) nix.“
    • Die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und damit verstanden zu werden, ist erfreulich hoch.
    • Ideen auszudiskutieren und gemeinsam Entscheidungen zu treffen, ist auf höherem (Sprach- und Denk-) Niveau und mit größerer Selbstständigkeit und Ernsthaftigkeit möglich.

Wie wirkt es sich aus, wenn hoch begabte Kinder eine Kleingruppe bilden?

Die Ergebnisse der Tätigkeit sind entsprechend hochrangig:
Es kommt zum Beispiel ein „richtiges“ Theaterspiel heraus, das Ergebnis befriedigt auch die besonders begabten Kinder.

Die naturwissenschaftlichen Versuche sind deutlich schwieriger, trotzdem gelingt es den Kindern, den Versuch und die Erklärung nicht nur nachzuvollziehen, sondern selbst noch Informationen beizusteuern sowie eigene Fragen zu entwickeln und zu verfolgen.

Die Gespräche zu Geschichten und Bilderbüchern gestalten sich sprachlich differenziert und gedanklich erstaunlich. Die Kinder können sich in Bezug auf die Geschichte mit schwierigeren Fragearten auseinandersetzen, zum Beispiel: Warum ist das so, warum verhält sich XY nicht anders? Was würde ich tun? usw. (Siehe auch den Abschnitt „Wir kennen verschiedene Arten zu fragen“ in: Denken fördern.)

Themen werden vielseitiger behandelt und tiefgründiger durchdrungen. (Siehe auch den Abschnitt „Mind-Maps“ im Beitrag Pläne, Zeichnungen, Skizzen, Mind-Maps.)

Hier im Handbuch finden Sie eine Fülle an Praxisbeispielen. Erzieherinnen beschreiben ihr Erstaunen darüber, wie intensiv die Lernprozesse der begabten Kinder sind, wenn sie gut angeleitet und begleitet mit ähnlich begabten Kindern ungestört agieren können – und wie froh sie das macht. Sehr oft zeigen die Kinder dabei ein bemerkenswert positives Sozialverhalten.

Schon im Jahr 2001 konnte ich selbst sehr gute Erfahrungen mit einer Spiel- und Lerngruppe machen, die aus sieben Kindern im Alter von 4;8 bis 5;6 bestand. Es waren drei Mädchen und vier Jungen. Sieben war eigentlich ein bisschen viel für eine intensive Kleingruppenarbeit, auch sonst waren die Bedingungen im Vergleich mit einer Gruppe im Kindergarten nicht rosig:

Anfangs kannten sich die Kinder untereinander nicht, auch mich kannten sie nicht und ich sie natürlich auch nicht. Wir trafen uns wöchentlich spätnachmittags in einem öden VHS-Raum. Alles Material musste ich mitschleppen und abends auch wieder mit nach Hause nehmen. Aber alle Kinder waren hoch oder vermutet hoch begabt.

Nach zehn Wochen, zum Ende des Projekts konnte ich ein sehr positives Fazit ziehen:

„Die Kinder reagierten motiviert auf die Förderangebote. Sie waren in fast allen Situationen mit erkennbarer Freude und Konzentration bei der Sache, ihr Sozialverhalten war ganz überwiegend angemessen und positiv, und sie erbrachten entsprechende Leistungen. Sie ließen deutliche Lernfortschritte erkennen.

Somit können wir den Schluß ziehen, dass das Ziel erreicht wurde, ein für die hoch begabten Kinder angemessenes Spiel- und Lernumfeld zu schaffen.

Es gab deutliche Hinweise darauf, dass sich die sogenannten Sekundärtugenden wie Ausdauer, Disziplin, Konzentration in einer angemessenen, herausfordernden Lernsituationen gut herausbilden.

Wenn hoch begabte Kinder über längere Zeit kontinuierlich und gemeinsam gefördert werden, ist zu vermuten, dass ihre Leistungen noch kreativer werden, als es jetzt schon zu erkennen war. Es ist weiter zu vermuten, dass sie den Lernprozess noch aktiver und selbstständiger gestalten werden, wenn sie ständig Gelegenheit haben, sich Kommunikations- und Lernstrategien sowie strukturiertes Wissen in vielen Bereichen anzueignen. Denn je breiter und bewusster diese Grundlagen gefördert werden, desto freier können sich daraus Kreativität und Selbstbestimmung entfalten.“

(aus: Hanna Vock, Projekt: Spiel- und Lerngruppe für hoch begabte Vorschulkinder, 2002)
Siehe dazu auch: Das Hühnerei.

Siehe auch: Drei kleine Mädchen sind die „Denkgruppe“

Siehe auch: Schmetterlings-AG

Siehe auch: Theaterspiel mit hoch begabten Kindern

Siehe auch: Einzelförderung, Mentoring

So sieht es eine hoch begabte Schülerin der 13. Klasse:

Sie  schreibt in ihrem Bericht über ihre Teilnahme an einem Kurs der Schülerakademie:

(aus einer Veröffentlichung der Deutschen SchülerAkademie 2004)

Wie schön, wenn hoch begabte Kinder
solche Erfahrungen schon in ihrer Kindergartenzeit
machen können!

 

Datum der Veröffentlichung: Januar 2018
Copyright © Hanna Vock, siehe Impressum.

 

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