von Hanna Vock

 

Grundschulen haben verschiedene Möglichkeiten, hoch begabte Kinder zu fördern:

 

    • Einschulung mitten im Schuljahr.
      Dass dies möglich ist, wissen viele Eltern, Lehrerinnen und Erzieherinnen nicht. Oft ist es aber ein guter Weg für ein Kind, wenn sich die Unterforderung im Kindergarten erst nach der Einschulung der „Großen“ deutlich zeigt.
    • Flexible Eingangsphase (die auch wirklich genutzt wird!).
      In Schulen mit flexibler Eingangsphase wird oft nur die Verlängerung der Grundschulzeit genutzt, nicht aber die Verkürzung auf drei Jahre.
      Eltern sollten sich, wenn nötig, aufs Gesetz berufen.
      Für das Land NRW finden Sie hier einen Auszug aus dem Schulgesetz.
    • Schnupperunterricht in der nächsthöheren Klasse.
      Dadurch können vom Kind, den Lehrerinnen und den Eltern Erfahrungen gesammelt werden, die ein Klassenüberspringen im Voraus besser abschätzbar machen.
    • Unterricht in einer höheren Klasse in einem Fach.
      Wenn ein Kind in einem Fach seinen Klassenkameraden sehr weit voraus ist, sollte man ihm diese Möglichkeit eröffnen.
    • Arbeitsgemeinschaften mit kognitiv anspruchsvollen Inhalten.
    • Ermutigung zur Teilnahme an Wettbewerben und, wo möglich, an einer Kinder-Uni.

Dies alles können sinnvolle Maßnahmen sein und müssten viel häufiger genutzt werden.

Das A und O sind aber Lehrerinnen, die aufgeschlossen für das Phänomen Hochbegabung sind und bestenfalls auch eine einschlägige Weiterbildung genossen haben.

Es gilt, die Besonderheiten der Kinder zu erkennen, zu verstehen und die Erkenntnisse in kreatives pädagogisches Handeln umzusetzen: Schwierigere Aufgaben, besondere kognitive Herausforderungen, bei denen die Kinder unterstützt werden müssen. Es ist nicht ausreichend, einem siebenjährigen Kind zu sagen, es möchte doch vor der Klasse mal einen Vortrag halten, zu einem selbstgewählten Thema. Natürlich braucht das Kind hierzu methodische Anleitung.

Es gilt für die Lehrerin, das Vertrauen des Kindes zu gewinnen, damit es sich auf von der Klasse abweichende Lernwege einlassen kann.

Ein mutiges und sehr erfolgreiches Modell der Begabtenförderung wurde schon vor über 10 Jahren an einer Grundschule eingeführt: Die Kinder, die als besonders begabt und lernmotiviert eingeschätzt wurden, erhielten einen besonderen Stundenplan:

Für diese Stunden wurde ein besonderer Raum bereit gestellt; Die Lerngruppen wurden von Lehrern, aber auch von externen Experten geleitet.

Es war für hoch begabte Kinder mit unterschiedlichen Interessen und Begabungsschwerpunkten etwas dabei:

Für die besonders wissenshungrigen: Weltwissen.
Für die mathematisch begabten: Mathematik / Geometrie.
Für die sprachlich/literarisch begabten: Literatur.
Außerdem konnten die Kinder von früh an methodische Fähigkeiten erwerben und ausbauen, zum Beispiel: Internet-Recherche und Forschen in eigenen Projekten.

Datum der Veröffentlichung: Februar 2017
Copyright © Hanna Vock, siehe Impressum.

 

 

 

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