von Beate Kroeger-Müller

 

Im Rheinland ist Karneval eine wichtige Zeit, viele bezeichnen sie als die 5. Jahreszeit. In unserem Kindergarten sangen einzelne Kinder, die das von zuhause kannten, kölsche Karnevalslieder. Manche Kinder staunten, weil sie nichts verstanden. Sie wollten aber gerne mitsingen, weil die Rhythmen so schnell ins Blut gehen.

Seitdem gab es ein neues Thema in unserem Kindergarten:

Was ist Kölsch?

 

So diskutierten die Kinder, kamen aber nicht recht zu einem Ergebnis. Kölsch ist offenbar nicht Deutsch, aber Englisch ist es auch nicht; was für eine Sprache ist das denn und wer kann sie übersetzen? Meine Kollegin als echte Kölnerin konnte weiterhelfen.

Kölsch ist eine Mundart und sogar eine Sprache, da sie über eigene Vokabeln verfügt. Es ist eine Regionalkultur und auch ein Lebensgefühl.

So entstand eine Atmosphäre von Humor und ein bisschen Verrücktheit – aber mit großem Lerneffekt.

 

Im Schnellkurs haben die Kinder mit Begeisterung eineinhalb Stunden lang „Vokabeln“ gelernt und Liedtexte geübt. Die Kinder waren alle mit Neugier und Freude dabei, was auch wieder auf die Eltern zurückstrahlte.

Auch so können Kinder erfassen, dass es Sprachen gibt, die sie zunächst nicht wirklich verstehen, aber lernen können. In diesem Fall war es für die Kinder relativ leicht, da Deutsch und Kölsch ja nahe beieinander liegen, wobei die Sprachmelodie auch ganz anders klingt. Auch an dieser lustigen Singsang-Sprachmelodie der kölschen Mundart hatten die Kinder großen Spaß.

So hat unsere Elterninitiative wieder eine große Bereicherung erfahren, auf die sie in der nächsten Session (Karnevalszeit) mit Sicherheit zurückgreifen kann.

Wie es in einem der bekanntesten kölschen Karnevalslieder heißt:

„Denn wenn et Trömmelche jeht, dann stonn mer all parat…“

 

Datum der Veröffentlichung: Dezember 2011
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